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Fundstücke aus der Römerzeit Systematische Untersuchungen und der Zufall haben zahllose Gegenstände aus der Römerzeit dem Boden und damit dem Vergessen entrissen. Nur eine winzige Auswahl davon findet sich auf Briefmarken wieder. Abgebildet sind eine Goldmünze, mehrere Glas- und ein Silber-Becher, ein Armreif sowie ein bronzener Anhänger. Funde aus anderen Materialien (Stein, Keramik, Holz, Eisen) sind noch nicht berücksichtigt worden.
![]() MASKENBECHER <H> BRD, 1976 Ein Schatz wertvoller Silbergefäße wurde 1868 bei der Anlage eines Schießplatzes von Soldaten in der Nähe von Hildesheim entdeckt. Die 68 Stücke haben ein Gesamtgewicht von 54 Kilogramm. Der Schatz besteht ausschließlich aus Tafelsilber der frühen römischen Kaiserzeit und wurde im 1. Jahrhundert n. Chr. vergraben, möglicherweise im Zusammenhang mit der Varus-Schlacht von 9. Chr. Bei dem abgebildeten Gefäß handelt es sich um einen teilweise vergoldeten Maskenbecher in späthellenistischer Tradition. Das Fries zeigt Schauspielermasken und Weinranken und verweist damit auf den Weingott Dionysos. ![]() ARMREIF BRD, 1987 Der goldene Armreif aus dem 4. Jahrhundert wurde in einem Frauengrab in Köln gefunden. Er hat einen Durchmesser von 5,5 Zentimetern, besteht aus zwei Teilen und ist mit Smaragden verziert. Er ist ein Beispiel einer "opus interrasile"-Arbeiten, einer besonderen Technik der römischen Goldblechbearbeitung. ![]() KENTAURENKOPF BRD, 1977 Der bronzene Kopf gehört zu den bedeutensten Zeugnissen römischer Kleinplastiken auf deutschem Boden. Vermutlich handelt es sei bei diesem Teil einer Statue um die römische Kopie eines hellenistischen Vorbilds des 1. Jahrhunderts vor Christus. Der Fundort Homburg-Schwarzenacker ist ein ehemaliger römischer Vicus im heutigen Saarland.
Bei der Goldmünze handelt es sich um einen Aureus des Caius Pius Esuvius Tetricus I, 270 bis 273 Herrscher über das gallo-romanischen Westreich. Die abgebildete Vorderseite zeigt eine belorbeerte Büste mit der Umschrift "IMP TETRICVS PIVS AVG". Sie wurde in Vieritz in Brandenburg gefunden und kam wahrscheinlich als Beutegut nach Germanien. Der Becher aus Glas römischer Herkunft wurde 1939 in Jesendorf, Mecklenburg-Vorpommern, im Grab eines germanischen Adligen gefunden. Er ist 7,5 cm hoch und trägt farbige Ornamente in Emaille-Malerei.
Diese vier Gläser sind aus dem Bestand des Römisch-Germanischen Museums in Köln (von links): Der Kantharos aus dem 1. Jahrhundert, vermutlich ein Import aus dem Mittelmeerraum, ist ein glockenförmiger Trinkbecher auf Stengelfuß mit Henkeln. Verziert ist er mit aufgeschmolzenen Glasbröcken. - Der Becher (um 200 n. Chr.) zeigt ein so genanntes Schlangenfadenmuster. Dazu wurden heiße Glasfäden auf das Gefäß aufgebracht. Die verspielten Muster werden auch "Kölner Schnörkel" genannt. - Ebenfalls mit einer Fadenauflage versehen ist das Kännchen aus dem 3. Jahrhundert. Das Muster zeigt blaue und weiße Efeublätter. - Der Diatretbecher aus dem 4. Jahrhundert gilt als das kostbarste römische Glas Deutschlands. Diese Gefäßart besteht aus mehreren Glasschichten; in die obere wird ein aufwändiges Muster geschitzt. Das abgebildete Exemplar wurde im Grab eines römischen Gutsherren gefunden.
ZIERFLASCHE BRD, 1986 Diese Zierflasche mit Fadendekor (um 300 n. Chr.) aus dem Bestand des Römisch-Germanischen Museums Köln gilt als eines der Meisterstücke römisicher Glasbläserkunst in Deutschland. Auf das farblose Gefäß sind opake Glasfäden in verschiedenen Farben aufgebracht. |